VORWORT
Basis Seminar der Sumpfkalkanwendungen
( L’ENDUIT A LA CHAUX )
Die Eigenschaften eines der ältesten Baustoffe der Menschheit sind bis heute noch nicht vollständig bekannt.
Die verschiedenen Techniken wurden von Wissenschaftlern Mitte bis Ende des 19. Jh. erforscht.
Dabei wurden Fragmentproben auf Bindemittel- und Zuschlaganteile
untersucht. Ziel war die Entdeckung der Geheimnisse der alten
ägyptischen Grabmalereien bis hin zu den römisch campanischen
Wandmalereien.
Dabei fand man heraus, dass ca. 80% der Proben freskalen Ursprung hatten.
Der Rest bestand aus Gips oder war mit organischem Bindemittel vermischt.
Jedoch sind keine Fortschritte seither gemacht worden.
Noch heute wird der alte Forschergeist von den industriellen Interessen überholt.
Etwa seit 30 Jahren gibt es Strömungen die diesen wunderbaren traditionellen
Baustoff Sumpfkalk wieder einsetzen.
Das ist nicht unbedingt den neuen Erkenntnissen der Wissenschaft zu verdanken, sondern denen,
die tatkräftig dieses Material aus praktischen Erfahrungen bevorzugten.
Ein voll beschriebenes A4 –Blatt würde nicht ausreichen um die vielseitigen und guten Eigenschaften
des Kalks zu erklären.
Als ich im Juli 1983 von der Schule in Venedig kam und mein Unterhalt mit meinen neu erworbenen
Erkenntnissen verdienen wollte, musste ich verbittert feststellen, dass man weiter mit Petrolchemie
die Fassaden beschmierte und mich als Ökofreak belächelte.
Bis ich Klaus Schillberg kennen lernte und mit Udo Falk- Grab, Pius Kopp und vielen anderen guten
Geistern die Gelegenheit hatte 1986 einen meiner ersten Sumpfkalkputze an der
Ökostation in Freiburg aufzubringen/anzutragen.
Selbst dort fanden damals einige, diese noch sehr fremde Materie, nicht ganz geheuer.
Mit innerer Freude kann ich heute zurückschauen und zufrieden feststellen, dass sich in dieser
Strömung immer mehr Organisationen bilden, die Seminare anbieten.
Dieses traditionelle Material bietet jedem der einen Grundkurs besucht hat ausreichend Möglichkeiten
sich weiter zu entwickeln und selbst Neues zu erfinden.
So lange man einen freien Geist und die Fähigkeit hat, seine Hände zu benutzen.
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